15.06.2015 – Flexibilität mit KNX

Ein Bus-System für alle Fälle: KNX beweist Flexibilität im Einsatz

Wien, 15.06.2015. In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen an Elektroinstallateure grundlegend geändert: Planerische Kompetenz in Sachen KNX – früher eher die Kür für jeden Elektroinstallationsbetrieb –, gehört bei Neubauprojekten heutzutage zum Pflichtprogramm. Kein Wunder, denn die intelligente Vernetzung der Gebäudetechnik über den KNX-Feldbus bietet die perfekte Synthese aus Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz. Gleichzeitig überzeugt der KNX-Standard durch seine Flexibilität bei der Verknüpfung von Gewerken und Anwendungen. Diese Anpassungsfähigkeit wird vor allem bei kombinierten Wohn- und Geschäftsgebäuden deutlich, die unterschiedlichste funktionelle Anforderungen unter einem Dach vereinen.

Im Juli 2013 traf man sich im Tiroler Städtchen Wörgl zum Spatenstich: Die dort ansässige Capital & Immobilien Invest GmbH, kurz C&I, startete den extravaganten Neubau einer mehrgeschossigen Wohn- und Büroanlage mit 300 m² Bürofläche, Tiefgarage und sieben Wohneinheiten, verteilt auf zwei Baukörper. Als Immobilienexperte mit eigenen Architekten im Team hatte C&I sehr klare Vorstellungen von der Ausgestaltung des Neubaus. Neben einer optimalen Schall- und Wärmedämmung sollte eine ausgetüftelte Gebäudeautomation den Wert der Immobilie und deren Attraktivität für potenzielle Wohnungskäufer steigern. Darum wurde frühzeitig ein erfahrener Elektroinstallateur hinzugezogen, der auf das Thema Gebäudeautomation spezialisiert ist. Mit der ortsansässigen Elektro Margreiter GmbH fand man hierfür den richtigen Partner.

Ganzheitliche Planung von Anfang an
Elektro Margreiter sah die Wohnungen und Büroräume nicht als separate Einheiten, sondern plante die elektrische Infrastruktur des Neubaus als großes Ganzes. „Es lag auf der Hand, eine Vernetzung per KNX vorzunehmen“, berichtet Martin Gastl von Elektro Margreiter, der das C&I-Projekt gemeinsam mit seinem Kollegen Dieter Salvenmoser betreute. „Der KNX-Standard ist inzwischen so etabliert, dass für jede gewünschte Funktionalität passende Produkte erhältlich sind – von A wie Audioaktor bis Z wie Zeitschaltuhr. Beim vorliegenden Objekt haben wir KNX-Komponenten von BEG, Berker, Divus und Elsner Elektronik verbaut.“
„Bezogen haben wir die KNX-Produkte sowie die dort verbaute Elcom-Sprechanlage von der Handelsvertretung Siblik“, ergänzt Dieter Salvenmoser. „Für uns ist es sehr praktisch, dass Siblik standardmäßig ein beachtliches Portfolio an Elektro- und Haustechnikprodukten vorrätig hat und uns herstellerübergreifend berät und beliefert.“

KNX verbindet
In das KNX-System wurden die Stromversorgung, Beleuchtung, Heizung und Beschattung eingebettet. Alle an den KNX-Feldbus angeschlossenen Gewerke lassen sich durch Divus-Touchpanels steuern, die sich zentral in jeder Wohnung sowie im Bürobereich befinden. Zudem ist eine individuelle Steuerung und Überwachung von unterwegs per Smartphone-App oder Tablet-PC möglich.
Durch die bedarfsgerechte Regelung der vorgenannten Gewerke belaufen sich die Betriebskosten des Gebäudes auf ein Minimum. Zugleich profitieren die Bewohner und Büromitarbeiter von der Intelligenz der installierten Haustechnik, wie am Beispiel von Christian Misslinger deutlich wird, glücklicher Besitzer einer der sieben Wohnungen im C&I-Gebäude.

„Zukunftsweisende Technik – für mich ein Kaufargument“
Der 33-Jährige Unternehmensberater ist häufig beruflich unterwegs – oft mehrere Tage am Stück. „Ich wollte nicht abends im Hotel sitzen und mir Gedanken machen müssen, ob ich am Morgen wirklich die Kaffeemaschine ausgemacht habe. Oder ob die herannahende Sturmfront die heruntergelassenen Außenjalousien beschädigen könnte. Für mich war klar: Wenn ich in eine eigene Wohnung investiere, dann muss die implementierte Haustechnik State of the Art sein. Die Steuerung der gesamten Haustechnik per App, jederzeit und überall, gibt mir ein großes Gefühl von Freiheit und Sicherheit – gleichzeitig liebe ich den Komfort. Die Möglichkeit, von unterwegs die Heizung, Klima- und Lüftungsanlage zu aktivieren, damit ich nach einwöchiger Abwesenheit in ein angenehm temperiertes Zuhause zurückkehre, ist wirklich angenehm. Auch die Einsparung von Energiekosten ist nicht zu verachten. Für mich war das Vorhandensein dieser zukunftsweisenden Technik ein klares Kaufargument für die Wohnung.“

Nicht ohne meine Wetterstation
Egal, ob die Sonne brennt, es hagelt oder es langsam dunkel wird: die installierte Beschattungsanlage passt die Jalousien-Position automatisch an die aktuellen Gegebenheiten an. Die Bewegungen der Jalousien richten sich nach den Echtzeit-Messwerten, die eine Highend-Wetterstation von Elsner Elektronik auf dem Gebäudedach sammelt. Die KNX-Wetterstation misst die Temperatur, Windgeschwindigkeit, Helligkeit und Niederschlagsmenge. Dank integriertem GPS-Empfänger kennt sie die Uhrzeit und Standortkoordinaten und kann so die Richtung und Höhe der Sonne ermitteln. Auf Basis dieser Daten erfolgt die Anpassung der Beschattung an den Sonnenstand per Schattenkanten- und Lamellennachführung: Die Jalousie fährt in die optimale Position und neigt die Lamellen so weit, dass möglichst viel Tageslicht in den Raum einfällt, es aber nicht blendet. Im Winter wird Wärme zielgerichtet in das Haus gelassen, um Heizkosten zu sparen. An heißen Sommertagen sperrt man die Sonne hingegen aus. Bricht die Dämmerung ein, fahren die Jalousien herunter und bewahren die Büromitarbeiter und Hausbewohner vor neugierigen Blicken. Eine manuelle Übersteuerung des programmierten Automatikbetriebs ist jederzeit per Berker-KNX-Tastsensor oder per App möglich.

Maximale Sicherheit: Türkommunikationssystem mit Kameratechnik und Fingerabdruckscanner
Samstagmorgen im zweiten Stock: Es klingelt unten an der Haustür. Wartet dort ein lästiger Vertreter, oder ist es doch der Paketbote? Christian Misslinger schaut im Flur auf das 3,5“ große Farbdisplay der Video-Sprechanlage, die ein Bild des Eingangsbereichs überträgt, und betätigt erst dann den Türöffner per Touchsensor, wenn der Besucher tatsächlich erwünscht ist. Die Innenstation des Türkommunikationssystems fügt sich unauffällig in das anspruchsvolle Raumkonzept seiner Wohnung ein und lässt der eindrucksvollen Wanddekoration des Kunstliebhabers Raum zum Atmen.
Montagmorgen im Erdgeschoss: 15 Mitarbeiter der Capital & Immobilien Invest müssen zu ihrem Arbeitsplatz gelangen. Anstatt jedem Mitarbeiter einen eigenen Schlüssel auszuhändigen, erfolgt die Zugangskontrolle biometrisch per Fingerabdruck. Der Fingerabdruckscanner des Türkommunikationssystems besitzt eine Speicherkapazität von bis zu 99 Benutzern. Damit erfüllt diese fortschrittliche Art der Einlasskontrolle die Anforderungen des mittelständischen Betriebs voll und ganz.
„Das von uns installierte Elcom-Türkommunikationssystem mit seinen drei separaten Außenstellen – einmal für die Bewohner, einmal für das Büro und einmal an der Einfahrt der Tiefgarage – ist ein wunderbares Beispiel für die Vielfältigkeit und technische Raffinesse zeitgemäßer Gebäudeautomation“, so Dieter Salvenmoser. „Einmal installiert, lassen sich sowohl die Sprechanlage als auch das KNX-System jederzeit erweitern oder an veränderte Bedürfnisse adaptieren, z.B. wenn eine Wohnung den Besitzer wechselt. Im Falle der Videosprechanlage von Elcom wäre es u.a. möglich, die Videosprechanlage über das IP-Netzwerk mit dem KNX-Feldbus zu verknüpfen und sie in die Telefonie-Umgebung einzubinden. Dann könnte man sogar von unterwegs prüfen, wer vor der Tür steht, und Kontakt aufnehmen.“

Private Bauherren für KNX begeistern
Speziell für private Bauherren hat Siblik die Online-Plattform www.geht-doch.at ins Leben gerufen, die Informationen zu den Themen KNX und Gebäudeautomation einfach und verständlich bereitstellt. „Wir möchten alle Elektroinstallationsbetriebe dazu ermutigen, potenzielle Kunden aktiv auf das Thema KNX hinzuweisen“, so Ines Heber, Managerin der Online-Plattform. „Wir sehen in den nächsten Jahren einen sehr großen Bedarf in diesem Bereich – Erfahrungen wie die von Elektro Margreiter bestätigen den Trend zum vernetzten Smart Home. Auch die vielen Anfragen an unsere acht „Geht-doch“-Berater in Österreich, allesamt erfahrene KNX-Systemintegratoren, verdeutlichen das große Interesse der pivaten Häuslbauer. Diese Marktchance sollte sich kein Betrieb entgehen lassen.“